Datenrettung Lexikon - A - Antivirus-Software, Antiviren-Software
Antivirus Software
Die so genannte Antivirus Software ist auch unter den Begriffen Antiviren Software oder Virenscanner bekannt. Mit Hilfe einer solchen Software wird es ermöglicht den Befall eines Computers durch diverse Viren, Würmer oder Trojanische Pferde zu vermeiden, oder sie zu tilgen. Jedoch müssen diese Viren, Würmer und Trojaner der Software bekannt sein.
Bei den Virenscannern gibt es grundsätzlich zwei Unterscheidungsarten. Zum einen den
„On Access Scanner“, der während des eigentlichen Computerbetriebes im Hintergrund mitläuft, und zweitens der „On Demand Scanner“, den man je nach Bedarf aktivieren kann.
1. On Access Scanner: Er kontrolliert den kompletten Datenfluss, der in
einem System stattfindet. Außerdem überprüft er darüber hinaus den E-Mail
Eingang. Er liefert einen sofortigen Hinweis, falls innerhalb des Computers
ein fehlerhafter oder verdächtiger Code angewendet wird.
2. On Demand Scanner: Dieser wird manuell aktiviert und kontrolliert
ausschließlich jene Dateien, die zuvor zur Überprüfung auserkoren wurden.
Hierbei kann eine Festplattenkontrolle bis zu einigen Stunden in Anspruch
nehmen. Dies hängt von der Kapazitäten-Nutzung ab. Aus diesem Grund
bietet es sich an, einen kompletten Virenscan während der Nacht anhand
einer Zeitsteuerung durchzuführen.
Die Mehrheit der derzeit genutzten Viren Programme sind mit automatischen online Updatevorrichtungen ausgestattet, die gewährleisten, dass das Programm ständig mit den zeitgemäßen Virendefinitionen (auch als Virensignatur bekannt) versorgt wird.
Jedoch besteht die Gefahr eines Virenbefalles trotz der Anwendung eines ausgereiften Antiviren Programms und der regelmäßigen Versorgung und Aktualisierung durch die automatischen online Updates. Dies ist der Fall, da so genannte „Hacker“ das Internet in immer kürzeren Abschnitten mit selbst programmierten Viren, Würmern und Trojanern überschwemmen, weshalb es den Update Services sehr schwer fällt den ständig weiter entwickelten Gefahren anhand der Aktualisierung der Viren Scanner Herr zu werden.
Die Studie Infektions-Dauer durch Computerviren des US amerikanischen Unternehmens Avantgarde.com berichtet darüber, dass ein herkömmlicher Windows XP Rechner auf dem das Servicepack 1 installiert ist bereits nach 4 Minuten nach dem ersten Kontakt mit dem Internet von Viren befallen ist. Avantgarde überprüfte im September 2004 zwei Wochen lang verschiedene Betriebssysteme bezüglich ihrer Sicherheitsstruktur. Die getesteten Systeme waren:
- Windows SBS (Small Business Server) 2003
- Windows XP SP (Service Pack) 1
- Windows XP SP (Service Pack) 1 with ZoneAlarm
- Windows XP SP (Service Pack) 2
- Macintosh OS X 10.3.5
- Linux
Beim Gebrauch von Windows XP, das mit dem Servicepack 2 ausgestattet ist oder beim Einsatz unentgeltlich downgeloadeter Antiviren Software (ZoneAlarm 5.1) in Kombination mit dem Servicepack1 war im Testzeitraum kein Befall erkennbar.
Bei den Betriebssystemen Mac OS X und Linux konnten allgemein eine bedeutend geringere Infektionsgefahr festgestellt werden. Die Gründe dafür sind vorallem, dass sich Programmierer von Viren und Würmern auf Windows fixieren, da dieses Betriebssystem das am häufig genutzte ist. Ein andere Grund ist, dass Systeme die ein Unix Fundament aufweisen nur durch unverhältnismäßig mehr Aufwand zu knacken sind.
Die neuesten Versionen der Würmer und Viren von heute haben die Eigenschaft die Antiviren Software nach der Infektion unschädlich zu machen, was soviel bedeutet, dass die Viren und Würmer sie von innen deaktivieren. Deshalb ist schon zu dem Zeitpunkt des Befalles alles zu spät.
Der Schluss den man daraus ziehen kann ist, dass ein Virenscanner nur zusätzlichen Schutz bieten kann. Jedoch ist es von Vornherein wichtig Maßnahmen einzuhalten um erst gar nicht in eine solche Bredouille zu kommen.
Solche Maßnahmen sind z.B.:
- keine Dateianhänge unbekannter E-Mails öffnen.
- keine Dateianhänge von Freunden oder Bekannten öffnen, die einen
ausführbaren Code enthalten - dies erkennen Sie an den Dateiendungen.
- keine Software von unbekannten Websites installieren.
- keine Software aus verdächtigen Quellen wie Peer2Peer-Tauschbörsen
(Edonkey, Kazaa etc.)oder von Warez-Seiten installieren.
Die aufgeführten Details garantieren unglücklicherweise keine vollständige Datensicherheit.
Um eventuellen Datenverlust bestmöglich verhindern zu können, stellt eine sorgsam realisierte Backup-Strategie eine bedeutende Vorraussetzung dar.
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